NRW Sicherheitstag 2019

am 5. September 2019 bei der G DATA Software AG in Bochum

Mensch – Technik – Dienstleistungen
Sicherheit in neuen Dimensionen

Das Team der ASW West sagt allen Gästen, Unterstützern, Referenten und Diskutanten des diesjährigen Sicherheitstags

DANKE!

Deutsche Wirtschaft ist in Gefahr:
Experten diskutieren in Bochum über die Sicherheit in neuen Dimensionen

Die Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft West e.V. (ASW West) hat zu ihrem 15. Sicherheitstag wieder eine ganze Reihe hochkarätiger Redner eingeladen. Unter anderem sprach NRW-Innenminister Herbert Reul über „Die Bedeutung des Wirtschaftsschutzes für das Land NRW“. Unter der Schirmherrschaft des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul diskutierten Experten am 5. September in Bochum bei der G DATA Software AG über das Thema „Sicherheit in neuen Dimensionen: Mensch – Technik – Dienstleistungen“. Über 130 Sicherheitsexperten aus Unternehmen, Verbänden, Behörden und Wissenschaft waren der Einladung der ASW West gefolgt und erhielten fachlich relevante Informationen und neue Einblicke in die Sicherheitsdebatte von ausgewiesenen Fachleuten.

v.l.n.r.: Andreas Lüning, Gründer der G DATA AG; Herbert Reul, Minister des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen; Katharina Geutebrück, Mitglied des Vorstands ASW West; Kai Figge, Gründer G DATA AG; Patrick Hennies, Mitglied des Vorstands ASW West; Dr. Christian Endreß,
Geschäftsführer ASW West
(Alle Bilder: Alexandra Roth / ASW West)

Der ASW West Vorsitzende Christian Vogt zeigte sich in seiner Einführung besorgt über die wachsenden Bedrohungspotenziale für die deutsche Wirtschaft. „Mittlerweile sind über 800 Millionen Varianten von Schadprogrammen im Umlauf, jeden Tag kommen rund 400.000 neue hinzu. Auch die Geschwindigkeit der Angriffswerkzeuge steigt stetig. Gleichzeitig werden im Rahmen der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft immer mehr Geräte ins Internet gestellt. Je mehr Systeme miteinander vernetzt und ans Internet angeschlossen werden, desto mehr Angriffsfläche bietet sich. Es ist daher auch logische Konsequenz, dass die Anzahl von erfolgreichen Hackerangriffen steigt.
Deutsches Know-how ist nach wie vor ein hoch geschätztes Gut. Wir befinden uns daher im Fokus ausländischer Nachrichtendienste. Viele Unternehmen sind in vielen Bereichen des Wirtschaftsschutzes noch nicht gut aufgestellt. Diesen Entwicklungen müssen wir begegnen. Dafür sind alle beteiligten Akteure gefragt“, so Christian Vogt.

Begrüßungsrede des Vorstandsvorsitzenden,
Christian Vogt

Der ASW West Vorsitzende Christian Vogt zeigte sich in seiner Einführung besorgt über die wachsenden Bedrohungspotenziale für die deutsche Wirtschaft. „Mittlerweile sind über 800 Millionen Varianten von Schadprogrammen im Umlauf, jeden Tag kommen rund 400.000 neue hinzu. Auch die Geschwindigkeit der Angriffswerkzeuge steigt stetig. Gleichzeitig werden im Rahmen der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft immer mehr Geräte ins Internet gestellt. Je mehr Systeme miteinander vernetzt und ans Internet angeschlossen werden, desto mehr Angriffsfläche bietet sich. Es ist daher auch logische Konsequenz, dass die Anzahl von erfolgreichen Hackerangriffen steigt.
Deutsches Know-how ist nach wie vor ein hoch geschätztes Gut. Wir befinden uns daher im Fokus ausländischer Nachrichtendienste. Viele Unternehmen sind in vielen Bereichen des Wirtschaftsschutzes noch nicht gut aufgestellt. Diesen Entwicklungen müssen wir begegnen. Dafür sind alle beteiligten Akteure gefragt“, so Christian Vogt.

Noam Krakover,
Chief Strategy Officer (CSO) of the Cyber Division, Israel Aerospace Industries
Vortrag „Wie Israel seine Wirtschaft schützt“

Besonders erwähnte Christian Vogt vorab die Keynote „Wie Israel seine Wirtschaft schützt“ von Noam Krakover, israelischer Cybersecurity Experte und Cyber Division Chief Strategy Officer bei der Israel Aerospace Industries. Der Experte gab den Zuhörern eine Inneneinsicht in den Wirtschaftsschutz des Staates Israel, der wie kaum eine andere Industrienation mit sicherheitsrelevanten Anforderungen im Alltag zu kämpfen hat, und betonte, dass aus der Milderung und Verhinderung von sicherheitsrelevanten Vorfällen die Überlegenheit gegenüber Angreifern in der Cybersicherheit entstehen kann.

NRW-Innenminister Herbert Reul sprach in seinem zweiten Jahr als Schirmherr des NRW-Sicherheitstages über „Die Bedeutung des Wirtschaftsschutzes für das Land NRW“. Dabei ging er vor allem auf das neue „Lagebild Wirtschaftsschutz“ ein, das die Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) Bielefeld auf Initiative der „Sicherheitspartnerschaft NRW“ erstellt hat: „Die Studie zeigt, dass viele kleine und mittlere Unternehmen in puncto Sicherheit noch „Luft nach oben“ haben. Sie sind damit ein leichtes Opfer für Wirtschaftsspionage und Cyberangriffe. Ich bin der ASW daher außerordentlich dankbar, dass sie unserem Verfassungsschutz dabei hilft, Unternehmen für diese Gefahren zu sensibilisieren.“

Herbert Reul,
Minister des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen
Vortrag „Die Bedeutung des Wirtschaftsschutzes für das Land NRW“

Burkhard Freier,
Leiter Verfassungsschutz NRW
Vortrag „Ergebnisse Lagebild
Wirtschaftsschutz“

Burkhard Freier, Leiter des Verfassungsschutzes NRW, betonte, dass „Diebstahl billiger als Forschung“ sei und nahezu Unternehmen aus allen Branchen angegriffen würden. „Wer sich digitalisiert, betritt einen Hochrisikoraum. Die Meldungen an die Behörden haben sich verdreifacht. Daher brauchen wir eine tragfähige Aufstellung in der Unternehmenssicherheit, nur ein ganzheitliches System gewährleistet Schutz.“

Aus der Praxis berichtete auch Dr. Tilmann Frosch, Geschäftsführer der G DATA Advanced Analytics GmbH. „Der Gesamtzustand der Cybersicherheit im deutschen Mittelstand ist prekär. Es herrscht ein Mangel an Awareness und Sicherheitskompetenz in Unternehmen. Etwas zugestimmt kann man sagen: Große Unternehmen sterben an Komplexität, kleine Unternehmen an Ransomware“, bezog sich Frosch auf aktuelle Erpressungsversuche von Unternehmen mittels Schadsoftware.

Dr. Tilman Frosch,
Geschäftsführer G Data Advanced Analytics GmbH
Vortrag „Cyberangriffe auf den Mittelstand“
Aktuelle Phänomenlage und Entwicklung

Boris Beuster,
Leiter Informationssicherheit, innogy SE
Vortrag „Faktor Mensch – Human Firewall:
Unternehmenswerte schützen“

Boris Beuster, Head of Information Security bei der innogy SE, betonte in seinem Vortrag, dass der Menschen Erfolgsgarant und größte Schwachstelle eines Unternehmens zugleich sei und stellte die interaktive und interdisziplinäre Mitarbeiterschulung zur Vermittlung von Know-how bei dem Energiekonzern vor.

Und Rainer Heck, Head of Risk, Crisis and Security Consulting bei der Control Risks GmbH stellte „Sechs Thesen zu Dienstleitungen in der Zukunft und wie Unternehmen aufgestellt sein sollten“ vor.

Rainer Heck,
Head of Risk, Crisis and Security Consulting, Control Risks GmbH
Vortrag „Wohin entwickeln sich die
Dienstleistungen der Zukunft?“

Kai Pervölz,
Geschäftsfeldleiter, Präventive Sicherheit Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS
Vortrag „KI in der Sicherheit –
Was erwartet uns in der Zukunft?“

Kai Pervölz, Geschäftsfeldleiter bei Fraunhofer IAIS, sprach über die Künstliche Intelligenz (KI) als „Assistenzsystem zum Schutz eines Unternehmens“. Sein Ausblick: „Der Faktor Mensch wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen – KI wird den Menschen nicht ersetzen.“

Bei einer Diskussionsrunde sprachen Katharina Geutebrück, Geschäftsführerin der Geutebrück GmbH, Kai Pervölz, Klaus Brisch, Partner der Wirtschaftskanzlei DWF, und Frank Ewald, Senior Vice President, Head of Corporate Security & Crisis Management bei der Deutsche Post DHL Group, über die Bedarfe des Mittelstands hinsichtlich des Unternehmensschutzes, die Chancen und Risiken der Digitalisierung und Fake-News als großes Gefahrenpotential für die Reputation von Unternehmen.

v.l.n.r.: Moderator Gerhard Schindler, Präsident a.D. (Bundesnachrichtendienst), Frank Ewald, Kai Pervölz, Katharina Geutebrück, Klaus Brisch
v.l.n.r.: Julia Vincke, Moderatorin Christine Kipke (exploqii a Know Be4 company gmbh), Patrick Hennies

In einem Ausblick formulierten Patrick Hennies, Director Corporate Health, Safety & Security bei Henkel, und Julia Vincke, Chief Security Officer der Ceconomy AG, Herausforderungen an die Unternehmen zur Erhöhung der Sicherheit. Unternehmen müssten widerstandsfähig beziehungsweise resilient werden, aber Resilienz sei ein nicht endender Prozess. „Es gibt kein einheitliches System, um Unternehmen resilient zu machen. Ein enger Schulterschluss und Beziehungsmanagement ist ein richtiger Weg.“

Über die ASW West e.V.:
Der Regionalverband ASW West vertritt mehr als 220 Mitglieder und bietet eine branchenübergreifende Plattform für den Informationsaustausch zu sicherheitsrelevanten Herausforderungen der Privatwirtschaft. Durch ein umfangreiches Portfolio an Leistungen fördert der unmittelbar gemeinnützige Verband unter anderem die Kriminalprävention in der Wirtschaft und bietet ein breites Aus- und Weiterbildungsangebot sowie maßgeschneiderte Inhouse-Schulungen an. Der Verband ist Mitglied der Public-Private Partnership „Sicherheitspartnerschaft NRW gegen Wirtschaftsspionage und Wirtschaftskriminalität“, zusammen mit den Landesministerien des Inneren und der Wirtschaft sowie der Industrie- und Handelskammer NRW.

Besonderen Dank gilt unserer Moderatorin Frau Christine Kipke von der Firma exploqii gmbh – a KnowBe4 company, welche auch in diesem Jahr wieder souverän und charmant durch die Veranstaltung führte.

Abendveranstaltung ASW West / G DATA Grillfest

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